Montag, 5. Juli 2010
Fußball (nebst Abart und Ausartung)
gehört:
Der Fußballwahn ist eine Krank-
Heit, aber selten, Gott sei Dank.
Ich kenne wen, der litt akut
An Fußballwahn und Fußballwut.
Sowie er einen Gegenstand
In Kugelform und ähnlich fand,
So trat er zu und stieß mit Kraft
Ihn in die bunte Nachbarschaft.
Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,
Ein Käse, Globus oder Igel,
Ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,
Ein Kegelball, ein Kissen war,
Und wem der Gegenstand gehörte,
Das war etwas, was ihn nicht störte.
Bald trieb er eine Schweineblase,
Bald steife Hüte durch die Straße.
Dann wieder mit geübtem Schwung
Stieß er den Fuß in Pferdedung.
Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.
Die Lampenkuppel brach sofort.
Das Nachtgeschirr flog zielbewußt
Der Tante Berta an die Brust.
Kein Abwehrmittel wollte nützen,
Nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,
Noch Puffer außen angebracht.
Er siegte immer, 0 zu 8.
Und übte weiter frisch, fromm, frei
Mit Totenkopf und Straußenei.
Erschreckt durch seine wilden Stöße,
Gab man ihm nie Kartoffelklöße.
Selbst vor dem Podex und den Brüsten
Der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,
Was er jedoch als Mann von Stand
Aus Höflichkeit meist überwand.
Dagegen gab ein Schwartenmagen
Dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.
Was beim Gemüsemarkt geschah,
Kommt einer Schlacht von Leipzig nah.
Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen
Durch Publikum wie wilde Bienen.
Da sah man Blutorangen, Zwetschen
An blassen Wangen sich zerquetschen.
Das Eigeb überzog die Leiber,
ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.
Kartoffeln spritzten und Zitronen.
Man duckte sich vor den Melonen.
Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.
Dann donnerten die Kokusnüsse.
Genug! Als alles dies getan,
Griff unser Held zum Größenwahn.
Schon schäkernd mit der U-Bootsmine
Besann er sich auf die Lawine.
Doch als Pompöser Fußballstößer
Fand er die Erde noch viel größer.
Er rang mit mancherlei Problemen.
Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?
Dann schiffte er von dem Balkon
Sich ein in einen Luftballon.
Und blieb von da an in der Luft.
Verschollen. Hat sich selbst verpufft.-
Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,
Vor dem Gebrauch des Fußballwahns!
Joachim Ringelnatz
Sonntag, 30. Mai 2010
troy
wenn enttäuschungen krater schlagen
in des herzens wände
und menschen tiefe gruben graben
mit rückweisung kalter hände
wenn löcher zurückbleiben
und welt und leben narben schreiben
-
kommst du daher, ziehst wieder ein
hauptbewohner meines herzen
breitest dich aus, lässt licht herein
nimmst der dunklen ecken schmerzen
erfüllst mich wieder neu
denn jesus DU bist treu
!!!
mehr oder weniger alltag
abgesehen von ein paar highlights und gefühlsverirrungen und -wirrungen nimmt mein leben einen gewohnten, aber dennoch ganz und garnicht langweiligen, gang an.
neu ist:
- ich habe übers studentenwerk spontan nen job inner buchbinderei und druckerei bekommen!! hab schon zweimal frühschicht von 6.00 bis 14.00 geschoben. das heisst 4 uhr aufstehen und da ich normalerweise um diese zeit ungefähr ins bett gehe, habe ich natürlich vorher nich viel schlaf bekommen und war nachher umso groggier. ist aber ein schönes gefühl geld zu verdienen! ist zwar schlecht bezahlt aber im moment brauch ich jeden euro... ausserdem kriegt man in so einem job mal `contact to the people` :-)
- letzte woche war erhebungswoche des anthropogeographischen forschungsprojektes. dort untersuchen wir für das regional-management des muldenlandes die möglichkeiten des wasser- und radtourismus auf und an der mulde. dazu haben wir in kleinen gruppen tagestouren mit dem rad oder boot gemacht und haben alle dinge kartiert, die für den tourismus von bedeutung sein könnten, also rastplätze, sehenswürdigkeiten, anlegestellen etc. ausserdem habe ich 2 tage im hauseigenen und höchst modernen medienlabor verbracht um telefoninterviews mit gastgewerben an der mulde zu führen. dies kostete zunächst einige überwindung, nach dem ersten etwa 20 minütigem interview mit einem sypathischen herren war diese allerdings überwunden und es fing an richtig spass zu machen! und ich bekam wiederholt lob von der dozentin (u.A. weil ich die endfassung für den fragebogen allein für die gesamte gruppe ausgearbeitet und gelayoutet habe!!) fazit: über den eigenen schatten springen lohnt sich!!
- ich muss unbedingt mit meiner hausarbeit über das kaiserzeitliche urnengräberfeld in kemnitz bei potsdam anfangen. problem: so richtig dicke ist das nich mit der literatur...
ps: wollt heute eigentlich auch ein paar neue bilder posten.. habe gestern nacht auf dem ball der hmt (hochschule für musik und theater) in geistiger umnachtung aber alle bilder auf meiner kamera gelöscht.. wiederherstellung ist dank anja (gruss und kuss) in arbeit!!
Montag, 17. Mai 2010
zwischen den wegen
stehe in der mitte dort
wo sich die wege trennen
will nur weg von diesem ort
am liebsten einfach rennen
warte auf dein zeichen
doch zeit will nicht verstreichen
-
wann kommst du denn vorbei?
du weisst doch wo ich stehe
ist es dir einerlei
wenn ich alleine gehe?
ich bin bereit zu starten
doch heisst es erstmal: warten
-
mal bin ich beseelt
von hoffnung und von zuversicht
am nächsten tag schon quält
enttäuschung mich und trübt das licht
steht man dort so zwischen den wegen
ist zeit plötzlich rein garkein segen
-
und wenn du dich aufmachst um mich zu sehn
so ist da noch die möglichkeit
die beiden wege getrennt zu gehn
doch schöner wär es wohl zu zweit
nun bitt ich dich, was immer du vorhast:
mach schnell, denn´s warten wird zur last.
Dienstag, 11. Mai 2010
Parallelwelten
früher war ich ein verschrecktes träumekind.
Immerzu habe ich von der vergangenheit und der zukunft geträumt. vor allem von der zukunft. von jungs, von großen reisen, fernen ländern und interessanten menschen...
und vor allem von einer anderen Inga. einer selbstbewussten und schönen Inga, die sagt was sie denkt und tut was sie will. das totale gegenteil des weltfremden träume-mädchens.
Immer wieder wachte ich in der realität auf und stellte enttäuscht fest: Ich und mein leben waren kein bischen wie ich mir wünschte.
mein leben nur in gedanken zu leben, würde mich nicht glücklich machen.
Und ich nahm mir vor zu lernen wie man träume lebt und machte mich auf den weg nur noch im hier und jetzt zu leben.
Es scheint mir nun bin ich angekommen.
Ich habe gelernt in der realität zu leben!
nicht perfekt, sondern ich zu sein.
Träume machen mich nicht mehr satt,
ich möchte das leben spüren!
ps: aber ab und zu träumen tu ich natürlich immer noch gern ;)
Montag, 10. Mai 2010
Donnerstag, 6. Mai 2010
Budapest- Revival



letzte woche hatte ich die gelegenheit ins bereits sommerhafte ungarn
zurückzukehren, freunde zu treffen, auf eine superschöne hochzeit zu
gehn und natürlich Budapest zu geniessen!!
Da ich sogar wieder in der alten Wohnung wohnen konnte und auch ab und
zu in der uni war, fühlte sich das ganze an, als wäre ich garnicht
weg gewesen.. ich war einfach nur in den semesterferien und nun wieder da um mein leben weiterzuleben! genauso war es und es war unglaublich perfekt!
eigentlich hatte ich mich nur in den zug gesetzt und der rest war ungeplant.. aber zum glück ist der Organisator meines Lebens wesentlich fähiger als ich, weiss genau was ich mag und was gut für mich ist und hatte daher schonmal was vorbereitet!! :))
ob margitsziget, oper, kickern im szimpla, im zug durchs land oder nächtliches chillen auf dem balkon. Ein tag war schöner als der andere.
und auf eindrückliche weise haben meine leute von icf mir wieder gezeigt was gemeinde wirklich heisst. gemeinschaft geprägt von herzlichkeit und liebe die trägt. auf der suche nach dem herzen gottes. ohne kirche und tradition. aufrichtige ehrlichkeit, anteilnahme und ermahnung.
40 menschen in einem kleinen wohnzimmer, die Gott ihre sehnsucht, freude und zweifel aus vollem hals entgegen brüllen und das haus zum beben bringen :D
amazing.
