Sonntag, 28. August 2011

der kreis des lebens

so oft fehlt der blick fürs ganze. ich sitze in meiner kleinen eigenen welt, entscheide nach spontanem belieben, schaue bis morgen oder vielleicht mal bis übermorgen. werde zwar älter, aber meine dennoch mein ganzes leben noch vor mir zu haben. geburt, tod, ewigkeit sind vor allem worte.
ein neues gefühl für die endlichkeit und schönheit dieses lebens, bekam ich letzte woche am grab meiner oma. ein gesegnetes leben in gottes gegenwart nahm friedlich sein ende. und gleich neben dem offenen grab wurde ein junges paar zum nachwuchs (also einem urenkel meiner oma) beglückwünscht. wo ein leben endet, beginnt das nächste.
keine 24-stunden später war ich am anderen ende deutschlands teil eines weiteren lebensprägenden und -spendenden moments: eine wunderschöne hochzeit.
all dies hat mich mit viel nachdenklichkeit und auch unglaublicher herzens- und zukunftsfreude erfüllt. und ich wage den gedanklichen sprung in die zukunft, und frage mich: was wird bleiben? was macht mich und mein leben aus? was werden menschen, die meine wege kreuzen mitnehmen?
das fiktive zurückschauen lohnt sich. es verändert den blick aufs hier und jetzt.

Sonntag, 5. September 2010

musik, bier und bahnfahren

ich weiss. diese seite hat einige informationslose und einschläfernde monate hinter sich. das bedeutet nicht, dass ich nix zu schreiben hatte, eher im gegenteil, irgendwann wusste ich einfach nicht mehr: wo anfangen? heute möchte ich einen versuch wagen, auch wenn daraus mal wieder nur ein grober abriss des erlebten hervorgeht und viele geschichten und details unter den tisch fallen werden..
mitten drin bin ich, in den vorerst letzten semesterferien des bachelorstudienganges. Ich hatte mir vorgenommen noch einmal so richtig die zeit zu nutzen und rumzutouren. dann aber verebbte der ohnehin schon mickrige bafög-segen und nahm meinen vorhaben den wind aus den segeln. aber eine völlig unerwartete erasmus- nachzahlung brachte dann doch noch einmal etwas finanziellen aufwind. Nichtsdestotrotz habe ich den größten teil der letzten wochen in leipzig verbracht. richtig schön. mein erster sommer in leipzig. kleine touren durch deutschland wie u.a. ein wochenende in stuttgart und böblingen mit anika und luisa bei gesina oder eine tolle smd- freizeit im thüringer wald gemeinsam mit den gruppen aus ilmenau und jena waren schöne kleine highlights.

letzten mittwoch habe ich es nach ganzen drei jahren in leipzig endlich mal ins benachbarte dresden geschafft, welches mich zwar nich völlig von den socken gehauen hat, aber dank der neustadt immer noch ein ernstzunehmender ort für einen master wäre! meine begleitung für diesen kleinen verregneten trip war diese junge dame namens aukje ;-)



eine weitere premiere durfte ich 2 wochen zuvor erleben: mein erstes richtiges festival! mit dem berliner bassti, der sich für ein paar wochen auf praxisphase in leipzig befand, beschloss ich recht spontan an den Störmthaler see aufs highfield- festival zu fahren. Es folgten 3 tage mit viel musik, bier und 20.000 bekloppten! ;-) wir hatten uns dem freund meiner mitbewohnerin und seinen 20 leuten, allesamt alte festivalhasen= entspannt, angeschlossen, die sonne strahlte, die kalten raviolis aus der dose waren top, einige bands wie karamelo santo und am ende fettes brot im strömenden regen waren einfach genial! -> ein paar tolle, fast surreale tage!

was gibts noch so? meine häusliche instrumentensammlung hat zuwachs bekommen: mein neues stage-piano von korg lässt gitarre, cajon mundharmonika und co sich über fehlende zuwendung beklagen.. aber bei nächtlichen jam-sessions kommen sie dann doch gelegentlich alle mal zum einsatz :)
Um die, u.a. durchs klavier entstandenen, finanziellen krater zu verkleinern habe ich seit einer woche einen job als kellnerin in einem ungarischen restaurant. bis jetzt war ich meist die frau an der bar, das klassische kellnern kommt noch. aber ein gutes gefühl geld zu verdienen und es ist einfach schön die kollegen untereinander ungarisch sprechen zu hören!
morgen fahr ich endlich mal wieder nach hamburg, vor allem auch um meine kleine nichte hanna zu sehen! genau, ich bin tante geworden :-)
hoffe auch das ich mich bei meinen eltern wieder ein bischen neu sortieren kann. die letzten monate waren in vielerlei hinsicht schon arg intensiv und ohne jegliche struktur. jetzt heisst es wieder runterkommen, reflektieren und meine bindehautentzündung auskurieren..

Montag, 5. Juli 2010

Fußball (nebst Abart und Ausartung)

am letzten freitag, im sofa chillend, auf einer Ringelnatzlesung im Westwerk
gehört:

Der Fußballwahn ist eine Krank-
Heit, aber selten, Gott sei Dank.
Ich kenne wen, der litt akut
An Fußballwahn und Fußballwut.
Sowie er einen Gegenstand
In Kugelform und ähnlich fand,
So trat er zu und stieß mit Kraft
Ihn in die bunte Nachbarschaft.
Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,
Ein Käse, Globus oder Igel,
Ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,
Ein Kegelball, ein Kissen war,
Und wem der Gegenstand gehörte,
Das war etwas, was ihn nicht störte.
Bald trieb er eine Schweineblase,
Bald steife Hüte durch die Straße.
Dann wieder mit geübtem Schwung
Stieß er den Fuß in Pferdedung.
Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.
Die Lampenkuppel brach sofort.
Das Nachtgeschirr flog zielbewußt
Der Tante Berta an die Brust.
Kein Abwehrmittel wollte nützen,
Nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,
Noch Puffer außen angebracht.
Er siegte immer, 0 zu 8.
Und übte weiter frisch, fromm, frei
Mit Totenkopf und Straußenei.
Erschreckt durch seine wilden Stöße,
Gab man ihm nie Kartoffelklöße.
Selbst vor dem Podex und den Brüsten
Der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,
Was er jedoch als Mann von Stand
Aus Höflichkeit meist überwand.
Dagegen gab ein Schwartenmagen
Dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.
Was beim Gemüsemarkt geschah,
Kommt einer Schlacht von Leipzig nah.
Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen
Durch Publikum wie wilde Bienen.
Da sah man Blutorangen, Zwetschen
An blassen Wangen sich zerquetschen.
Das Eigeb überzog die Leiber,
ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.
Kartoffeln spritzten und Zitronen.
Man duckte sich vor den Melonen.
Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.
Dann donnerten die Kokusnüsse.
Genug! Als alles dies getan,
Griff unser Held zum Größenwahn.
Schon schäkernd mit der U-Bootsmine
Besann er sich auf die Lawine.
Doch als Pompöser Fußballstößer
Fand er die Erde noch viel größer.
Er rang mit mancherlei Problemen.
Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?
Dann schiffte er von dem Balkon
Sich ein in einen Luftballon.
Und blieb von da an in der Luft.
Verschollen. Hat sich selbst verpufft.-
Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,
Vor dem Gebrauch des Fußballwahns!

Joachim Ringelnatz

Sonntag, 30. Mai 2010

troy

wenn enttäuschungen krater schlagen

in des herzens wände

und menschen tiefe gruben graben

mit rückweisung kalter hände

wenn löcher zurückbleiben

und welt und leben narben schreiben

-

kommst du daher, ziehst wieder ein

hauptbewohner meines herzen

breitest dich aus, lässt licht herein

nimmst der dunklen ecken schmerzen

erfüllst mich wieder neu

denn jesus DU bist treu

!!!

mehr oder weniger alltag

abgesehen von ein paar highlights und gefühlsverirrungen und -wirrungen nimmt mein leben einen gewohnten, aber dennoch ganz und garnicht langweiligen, gang an.

neu ist:

- ich habe übers studentenwerk spontan nen job inner buchbinderei und druckerei bekommen!! hab schon zweimal frühschicht von 6.00 bis 14.00 geschoben. das heisst 4 uhr aufstehen und da ich normalerweise um diese zeit ungefähr ins bett gehe, habe ich natürlich vorher nich viel schlaf bekommen und war nachher umso groggier. ist aber ein schönes gefühl geld zu verdienen! ist zwar schlecht bezahlt aber im moment brauch ich jeden euro... ausserdem kriegt man in so einem job mal `contact to the people` :-)

- letzte woche war erhebungswoche des anthropogeographischen forschungsprojektes. dort untersuchen wir für das regional-management des muldenlandes die möglichkeiten des wasser- und radtourismus auf und an der mulde. dazu haben wir in kleinen gruppen tagestouren mit dem rad oder boot gemacht und haben alle dinge kartiert, die für den tourismus von bedeutung sein könnten, also rastplätze, sehenswürdigkeiten, anlegestellen etc. ausserdem habe ich 2 tage im hauseigenen und höchst modernen medienlabor verbracht um telefoninterviews mit gastgewerben an der mulde zu führen. dies kostete zunächst einige überwindung, nach dem ersten etwa 20 minütigem interview mit einem sypathischen herren war diese allerdings überwunden und es fing an richtig spass zu machen! und ich bekam wiederholt lob von der dozentin (u.A. weil ich die endfassung für den fragebogen allein für die gesamte gruppe ausgearbeitet und gelayoutet habe!!) fazit: über den eigenen schatten springen lohnt sich!!

- ich muss unbedingt mit meiner hausarbeit über das kaiserzeitliche urnengräberfeld in kemnitz bei potsdam anfangen. problem: so richtig dicke ist das nich mit der literatur...

ps: wollt heute eigentlich auch ein paar neue bilder posten.. habe gestern nacht auf dem ball der hmt (hochschule für musik und theater) in geistiger umnachtung aber alle bilder auf meiner kamera gelöscht.. wiederherstellung ist dank anja (gruss und kuss) in arbeit!!

Montag, 17. Mai 2010

zwischen den wegen

 stehe in der mitte dort

wo sich die wege trennen

will nur weg von diesem ort

am liebsten einfach rennen

warte auf dein zeichen

doch zeit will nicht verstreichen

-

wann kommst du denn vorbei?

du weisst doch wo ich stehe

ist es dir einerlei

wenn ich alleine gehe?

ich bin bereit zu starten

doch heisst es erstmal: warten

-

mal bin ich beseelt

von hoffnung und von zuversicht

am nächsten tag schon quält

enttäuschung mich und trübt das licht

steht man dort so zwischen den wegen

ist zeit plötzlich rein garkein segen

-

und wenn du dich aufmachst um mich zu sehn

so ist da noch die möglichkeit

die beiden wege getrennt zu gehn

doch schöner wär es wohl zu zweit

nun bitt ich dich, was immer du vorhast:

mach schnell, denn´s warten wird zur last.

Dienstag, 11. Mai 2010

Parallelwelten

früher war ich ein verschrecktes träumekind.

Immerzu habe ich von der vergangenheit und der zukunft geträumt. vor allem von der zukunft. von jungs, von großen reisen, fernen ländern und interessanten menschen...  

und vor allem von einer anderen Inga. einer selbstbewussten und schönen Inga, die sagt was sie denkt und tut was sie will. das totale gegenteil des weltfremden träume-mädchens.

Immer wieder wachte ich in der realität auf und stellte enttäuscht fest: Ich und mein leben waren kein bischen wie ich mir wünschte.

mein leben nur in gedanken zu leben, würde mich nicht glücklich machen.

Und ich nahm mir vor zu lernen wie man träume lebt und machte mich auf den weg nur noch im hier und jetzt zu leben.

Es scheint mir nun bin ich angekommen.

Ich habe gelernt in der realität zu leben!

nicht perfekt, sondern ich zu sein. 

Träume machen mich nicht mehr satt, 

ich möchte das leben spüren!

ps: aber ab und zu träumen tu ich natürlich immer noch gern ;)