Freitag, 19. März 2010

erleichterung

und schwups ist auch das praktikum rum. und ich bin ganz
froh wieder in ein unstrukturiertes studentenleben verfallen zu dürfen ;)
die letzten beiden tage war ich mitm chef im gelände unterwegs. zum vermessen und hügelgräber unter äckern und kastelle im wald suchen. wir sind viel herumgefahren, zb in der gegend um eichstätt und regensburg und die schöne bayrische landschaft hat
sich bei strahlender frühlingssonne von der besten seite gezeigt.
all die schönen täler und urigen dörfer und kleinstädte wie zb weißenburg. herrlich!
wieso vergisst man eigentlich so oft wie schön es in deutschland ist und will immer nur ins ausland??
apropos ;): morgen verlass ich meine stammhamer gastfamilie und gehe nach über 7 monaten wieder nach leipzig!! ich freu mich schon sooooo!

Dienstag, 9. März 2010

ach nee doch nich

andere abteilung des landesamtes für denkmalpflege, andere stadt,
andere wohnung! seit samstag bin ich in ingolstadt.

wohnen tu ich in dem dorf stammham bei der familie weidemann. die haben zwei ganz süsse aufgeweckte mädels von 5 und 8 und nen bunten hund namens charly.
der kindertroubel im haus erinnert mich oft an meine au-pair zeit in schweden :)
ich hab ein sehr gemütliches zimmer mit bad unterm dach!nachteil des ganzen: ich muss zur arbeit immer mitm bus nach ingolstadt gurken und die busverbindungen sind noch viel bescheidener als in seehof :-(
die ersten tage des praktikums hier waren recht spannend. während des ersten parts des praktikums in bamberg habe ich mich im rahmen der kulturlandschaftsdokumentation eher mit themen der letzten jahrhunderte beschäftigt. nun bin ich bei den archäologen und damit völlig in der frühen und alten
geschichte versunken. gestern habe ich mit neuartigen (laser)-luftaufnahmen des limes gespielt. in ihnen fundamente von wachtürmen und pallisadenverläufe gesucht, sie durch verschiedene beleuchtungswinkel hervorgehoben, 3D animationen des geländes, berechnungen der mauerhöhe anhand des volumens der schuttwälle oder taleinsichten bestimmter türme ect. - es gibt so coole computerprogramme :-)
heute wurde es etwas plastischer und ich bin mit nem kollegen durchs fundarchiv gezogen und ehe
ich mich versah hatte ich urnenfelder-zeitliche menschenreste, latene- keramik, keltische schwerter , römische amphoren, münzen, pferdegeschirr und ein äusserst seltenes soldaten-diploma welches das römische bürgerrecht verlieh in der hand, und war aufgrund der mich überrollenden geschichte gerührt bis aufgedreht! :)

p.s.: stelle ausserdem fest, dass die bayern doch nochmal ein anderes völkchen sind als die franken. oder auch andersrum.

Dienstag, 2. März 2010

Der Schnee ist geschmolzen.

die frühlingssonne scheint mir ins gesicht wenn ich früh morgens im schlosspark laufen gehe. meine füsse fliegen über die sandwege und trampelpfade, tragen mich vorbei an statuen , durch hecken und tore, um schilfmeere und weiher herum und in den wald hinein. vögel zwitschern, rehe fliehen...
Im gegensatz zu den ersten wochen (in denen ich oft häppchen knabbernd sitzungen mit lokalpolitikern, umweltschützern und kunsthistorikern beiwohnte, für welche ich vor nicht allzu langer zeit back in hh selbst das catering organisierte) ist mein job momentan recht bürolastig. digitalisiere zb denkmalpflegerische erhebungsbögen oder erstelle eine historische flächennutzungskarte und lerne viele tolle programme näher kennen.., mit GIS bin ich schon auf du ;)
Nach den langen arbeitstagen fahr ich öfters noch nach Bamberg rein (der letzte bus geht allerdings um halb 8) oder laufe über landstrassen zum nächsten laden.
versorge mich regelmässig in der stadtbibliothek mit büchern, cds und dvds und geniesse die einsamen abende im schloss in vollen zügen!
mein soziales leben hier ist eher fränkisch rustikal. die vielen kleinen wirtshäuser und brauereien, in die man idr mittags oder abends einkehrt sind einfach urig und direkt wie ausm heimatfilm!
das einzige was diese welt mit meinem budapester leben gemeinsam hat ist das bier ;)
Ausser in münchen war ich in der letzten woche auch in nürnberg und mit anke (eine freundin noras, die ich spontan am bahnhof traf) in würzburg. beides sehr schöne städte. aber gegen bamberg selber kommen sie kaum an. was für eine schöne kleine verwinkelte stadt. hier könnt man doch glatt bleiben!

Montag, 22. Februar 2010

unterwegs

Sitze nach einem vormittag von sitzungen und mittagessen
mit hohen tieren der denkmalpflege in münchen in nem internet cafe!!
die sonne scheint und es ist einfach herrlich :)
hab bis morgen ein kleines zimmer direkt an der maximilianstr., die andrassy münchens könnte man sagen. und morgen gehts für eine wichtige buchvorstellung die das bamberger referat
organisiert zurück nach bamberg..
allerliebste geburtstagsgrüße gehen raus an meinen treuesten leser, kommentator
und coolsten bruder! happy birthday!!! :)

Freitag, 19. Februar 2010

bischen text dazu

Das ist schloss seehof, das hat mal 1696 ein bamberger fürstbischof gebaut. heute ist es museum und arbeitsplatz des bayrischen landesamtes für denkmalpflege. die beschreiben z b die kulturlandschft der gegend wie sie früher war und heute ist, und manchmal retten sie auch ein altes haus indem sie es unter denkmalschutz stellen.
abends nach der arbeit verlassen alle denkmalpfleger, geographen, archäologen etc ihre büros und fahren nach hause.
außer der hausmeister, der wohnt nämlich im schloss, und der praktikantin Inga, die wohnt in der
Orangerie. Dort hat man tatsächlich mal orangen angeplanzt, deswegen heisst die kleine wohnung daneben auch noch "gärtnerwohnung". sie liegt gleich neben dem haupttor des schlosses. Hinter der hölzernen eingangstür liegt ein langer gang der zu einer kleinen wendeltreppe führt. auf halber höhe der treppe fällt der blick durch ein fenster in das alte gewächshaus in dem heroische statuen zwischen den pflanzen wache halten.
am ende der kleinen treppe ist nur eine tür. hinter ihr liegt die gärtnerwohnung: ein kleines, helles zimmer mit dielen und schönen holzmöbeln und 5 ovalen fenstern, in deren fensterbänke
man sich wunderbar hineinlegen und die aussicht aufs hauptschloss geniessen kann!
es ist sehr ruhig auf seehof. ab und zu schlendert ein spaziergänger durch den verschneiten schlosspark, bevor bei einbruch der dunkelheit alle tore geschlossen werden.
wenn die praktikantin abends durch den einsamen park geht und man die umrisse des schlosses nur noch erahnen kann, muss sie immer an die "5 geschwister" denken und fühlt sich wie ein teil einer spannenden geschichte! :)

Samstag, 13. Februar 2010

Samstag, 6. Februar 2010

Oh Turo Rudi, I`ll miss you


budapest und meine leute hier haben es mir echt nicht leicht gemacht zu gehen!
ich hatte noch eine nette abschiedsfeier am mittwoch und freitag einen bewegenden letzten
abend im coffeehouse rezkigyo. 
trotz dutzender verabschiedungen, mehrfachem männerchaos auf den letzten metern und ungewisser zukunft habe ich eine unglaubliche ruhe und gelassenheit in mir! was für ein segen! :-) 
morgen gehts nach bamberg, wo coolerweise schon nora, meine ex-mitbewohnerin auf mich wartet :) und ich werde in einem schloss wohnen ... bin gespannt

allgemeines ungarn-fazit:
-  Ich hätte nicht gedacht das man sich so daran gewöhnen kann in einem Land zu leben dessen sprache man nicht spricht. schwupps ist man in die deutsche bzw. internationale subkultur gerutscht, kommt super klar und vergisst die anfänglichen pläne des sprachelernens. In der Hinsicht bin ich enttäuscht von mir (habe wohl auch mein sprachentalent überschätzt..), bin aber zu vielen anderen erkenntnissen gekommen: habe zb auf einmal  mehr verständnis für die türkischen mütterchen, welche sich nur in 3wort-sätzen ausdrücken können..
-  so sehr mir die ungarisch- gelassene mentalität auch gefallen hat, weiss man nach längerer zeit im ausland doch wieder die deutsche korrektheit, unbestechlichkeit und deutsches schwarzbrot zu schätzen ;)
-  frag mich ob irgendwann nichts mehr von meinem herzen übrig ist, wenn ich an jedem ort ein  kleines stück meines herzens lasse? werde ich, wenn ich so gypsiemässig weitermache am ende völlig zerissen sein, oder einfach nur bereichert?